Montag, 13. Juni 2011

„Die letzte“ Leserpistole am 26.06. um 19:30 im Teilchen & Beschleuniger

Mit Metalltexten von MICHA-EL GOEHRE (Bielefeld / Die2Drei), mit Old-School-Vorträgen von ACHIM LEUFKER (Rheine) und mit Was-zur-Hölle-ist-das?! von Markus „STRATI“ Strathaus (MS / Krawehl!). Dazu gibt es Musik vom großartigen JULIAN GERHARD (MS / Omaha Records / inkl. kleiner Band!) und von der großartigen HANNA MEYERHOLZ (MS).
Richtig. Überlebensgroßartig das alles. Und kuschlig und live. Leichtsinn meets Tiefgang meets Lebensfreude meets shut-the-fuck-up!
Krümel ist dies Mal leider nicht dabei, aber ich moderiere mich weiterhin um Kopf und Kragen! Ich bin übrigens WILKO FRANZ und ihr: Herzlich eingeladen!

Erläuterung: „Die letzte“ soll bedeuten, dass dann Sommerpause ist und außerdem, dass es danach in leicht veränderter Form weitergehen soll, unter anderem nur noch als „Pistole“. Schließlich ist die Leserpistole ja schon längst keine reine Lesebühne mehr! :-)
Es gibt wieder „Toast für die Welt“ (Toast Hawaii als leckere Hilfsaktion!)
Der Eintritt ist frei, der Ausgang in den meisten Fällen glücklich.
Beginn um 19:30!
[Die Leserpistole! (a.k.a. Teilchen & wtf?!) - Die langweilige Show im atomaren Wohnzimmer mit Wilko Franz und garstigen Gästen. Texte, Krams und Live-Musik zwischen Nonsense und Sensibility!]

JULIAN GERHARD:
Der Münsteraner Julian Gerhard steht für ausgefallenes Songwriting und wurde Februar 2011 von der Rheinischen Post Düsseldorf zu einem der zehn besten neuen Liedermachern Deutschlands gekürt. Es ist nicht die übliche Singer Songwriter Blase, die aufgepustet wird. Poetisch darf es sein, Kitsch hat hier nichts verloren. Manchmal sehr verträumt und dann wieder erschreckend trocken agiert Julian Gerhard bei seinen Auftritten. Filigran gezupfte Gitarren werden zu Biestern, mit dem Hang zur Selbstzerstörung. Und vor allem ist da dieser exhaltierte Gesang. Dieses mal verzweifelte, mal hoffnungsvolle Organ, das auf die ganz eigene Gerhard'sch Art und Weise vom Diesseits berichtet und immer wieder neue Wunder und Katastrophen entdeckt. Live erfährt die Musik durch verschiedene Gastmusiker (manchmal auch eine ganze Band) Bereicherung und entfaltet ihr Eigenleben zudem mittels verschiedener Livesamples. Ein leichter Schmerz mag in Julian Gerhards Musik stecken, das gehört dazu. Doch gemeinhin gibt sie eher Halt, als dass sie Melancholie überdramatisiert. Traurig und Schön laufen gerne Hand in Hand. In der Abstraktion, der Unvollkommenheit der Texte kann die Fantasie des Hörers ein Zelt aufschlagen, dort eventuell Blumen pflanzen. Kevin Hamann (Clickclickdecker, Bratze) nahm 2006 Julian Gerhards erste EP auf. Gisbert zu Knyphausen sah noch im selben Jahr ein Konzert von ihm und holte ihn prompt zu seinem Liebhaberlabel „Omaha Records", welches vor allem durch innovatives Songwriting besticht. Julian Gerhards 2010 erschienenes Debutalbum „Wenn du hier eh nur rumstehst, kannst du auch auf die Jacken aufpassen“, hat bereits vor dem offiziellen Release an Aufsehen erregt. So wurde er zu einem Kopfhörerkonzert im alten Studio der Krautrocklegende „Can“ im Rock’n Pop Museum Gronau eingeladen. Mairisch, einer der einflussreichsten Buchverlage für deutsche Gegenwartsliteratur veröffentlichte 2010 seinen Song „Lichtmaschine“ auf einem Vinylsampler für gegenwärtiges deutschsprachiges Songwriting. Julian Gerhard spielte unter anderem im Vorprogramm von Kristof Schreuf, Gisbert zu Knyphausen und Wolfgang Müller.
Fanzines titeln:
„Musikalisches Herzblut“ (Rote Raupe / Okt. 2008)
„Ein gelungenes Debüt, das überraschend frisch aus seinem Genre heraussticht.“
(Nillson / August 2010)
„Eine Emo-Version von Tom Liwa und Erdmöbel.“ (Intro / Okt 2010)

www.juliangerhard.de
www.omaha-records.de




MICHAEL GOEHRE:
Jahrgang 1975, ist Autor, DJ und Moderator aus Bielefeld. Bundesweit zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat er es durch seine zahlreichen Auftritte auf Poetry Slams und Lesebühnen. Seit seinem achten Lebensjahr schreibt der aus Gütersloh stammende „El Goehre“, hat sich jedoch erst 2000 entschlossen, dieser Leidenschaft gezielter nachzugehen, nachdem sich verschiedene musikalische Projekte, an denen er beteiligt war, in Wohlgefallen aufgelöst hatten. Vor allem sein Wunsch auf der Bühne zu stehen war Antrieb für seine ersten Teilnahmen Ende 2002 an Poetry Slams in Bielefeld und der Region. Seine meist humorig-trashigen Geschichten brachten ihm auch alsbald Engagements bei Comedyshows und beim Schweizer Comedyfestival 2004 ein, wo er mit vielen namenhaften Comedians und Kabarettisten die Bühne teilte. Erste Beiträge in Anthologien und Zeitschriften folgten und 2005 qualifizierte er sich erstmals für die deutschsprachigen Poetry Slam – Meisterschaften. Seither war er dort jedes Mal vertreten und hat zwei Mal das Halbfinale erreicht. Konträr zu seinen Bühnenperformances, deren Lautstärke und Rock’n Roll – Energie sich langsam zu einem Markenzeichen des „Slam – Tsunamis“ (sparrenblog.de) entwickelten, veröffentlichte Goehre 2006 den Lyrik- und Textband „Whitebook“ und im Folgejahr die Erzählung „Hannah und die Ritter“, zwei Bücher, die ein gänzlich anderes, ernsteres Bild des Poeten zeigten. In Bielefeld ist er Teil der erfolgreichen Lesebühne WEST SIDE STORIES. In Münster betreibt Goehre zudem gemeinsam mit Andreas Weber und Andy Strauß die Lesebühne DIE 2 DREI. Bisher hat Micha-El Goehre etwa 450 Lesungen und Auftritte in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz absolviert und dabei gut 90 Städte besucht. Zudem war er beim WDR SLAM und bei SLAMTOUR MIT KUTTNER zu sehen. Neuerdings ist er auch als Moderator auf Slams aktiv. 2009 hat er „WENN DAS LEBEN EINE PARTY IST, SUCHT MICH IN DER KÜCHE“ veröffentlicht, eine humorige Sammlung seiner Bühnentexte der Jahre 2005 – 2008. Im November 2011 kommt bei Satyr Berlin der Roman "Jungsmusik" raus. Als DJ ist er seit 2000 aktiv. Sein Hauptgebiet ist dabei Heavy Metal und neuerdings Mittelaltermusik. Aber auch im Bereich alternativer Musik und Pop ist er unterwegs. Höhepunkt war ein Gig auf der legendären „Westend Party“ in der riesigen Haupthalle der Universität Bielefeld, wo er für 8000 Tanzwütige aufgelegt hat. Als Resident ist er in Bielefeld im Falkendom und im Ringlokschuppen tätig.
Pressestimmen:
"Goehre schwankt in seinem Stil zwischen ironischer Laxheit und poetischem Anspruch." (Westfälische Nachrichten)
„Wer ihn nicht erleben wollte, war selbst schuld! So geil!" (szenepunkt.de )
"Micha-El schaffte es im aberwitzigen Tempo wunderbar komische Geschichten ins Mikro zu schreien. So schnell und so laut, das man sich wundert, überhaupt etwas zu verstehen. Aber das klappt witzigerweise wunderbar." (Neue Westfälische)

www.michael-goehre.de

HANNA MEYERHOLZ:
Hanna Meyerholz wurde 1989 in Münster geboren. Aufgewachsen mit Songs von Bob Dylan, Lou Reed und Leonard Cohen entdeckte sie bereits in jungen Jahren ihre Liebe zur Musik, wobei sie sich besonders von melancholischen Akustiknummern inspiriert fühlte. Sie begann zu singen, Klavier zu spielen und Ende 2008 entdeckte sie dann auch das Gitarrenspiel für sich. Seitdem schreibt Hanna Songs, die berühren sollen und setzt dabei voll auf ihre Stimme gekoppelt mit minimalistischen Arrangements. Im Mai 2010 kam dann endlich der erhoffte Erfolg: Sie gewann den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Jugend-Musiziert in Lübeck. Hanna Meyerholz besticht durch Authentizität, echtes Gefühl und Songtexten, in denen man sich verlieren und wiederfinden kann.
„ […] Der Jury war das ziemlich egal. Denn sie hörten, was man dieser wirbeligen jungen Frau, die wie ein Wasserfall spricht, nicht ansieht: Sie hat eine sanfte, große, volle Stimme, so angenehm und weich, dass man sich sofort fallen lassen möchte. Diese Stimme scheint gar nicht zu ihr zu passen. „Das sagen alle, wenn sie mich zum ersten Mal hören“, sagt Hanna Meyerholz und grinst.“ (Ruhrnachrichten)

ACHIM LEUFKER:
"Mein Name „heißt“ Achim Leufker und alles begann im Geburtsjahr 1961 mit der enttäuschenden Feststellung, dass ich kein Instrument spielen, nicht singen, und nur unzureichend würde zeichnen können. Auch was das Schreiben selbst anging, war ich bis zur Einschulung ein unbeschriebenes Blatt. Da ich während der Schulzeit oft in der Tinte saß, musste ich mir so einiges hinter die Ohren schreiben. Als ich genug Denkzettel erhalten hatte, beschloss ich, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und so entstanden in meiner Geburts-, Heimat- und Wohnstadt Rheine erste kleine Geschichten. Als dann noch jemand behauptete „Reden sei Silber und Schreiben sei Gold!“, war das für mich die Initialzündung – ich wollte mehr und vor allem wollte ich es schwarz auf weiß. Die Zettelwirtschaft, die sich so ansammelte und der Schreibstil, der sich entwickelte, sprachen Bände, so dass ich unbedingt auch darüber sprechen wollte. Ich machte mir Notizen von Begebenheiten, von denen ich Notiz genommen hatte. Ich wollte dabei einfach vom Leben abschreiben oder zu Papier bringen, was die Zeit diktieren würde. Doch mir fehlten die Worte, und ich wollte mich dafür am Alphabet rächen. Darüber könnte ich heute Romane schreiben. Glücklicherweise bekam ich in dieser Phase den Tipp, dass das Schreiben leichter fiele, wenn man einfach die falschen Wörter weg lässt und dass letztlich ein Papierkorb wichtiger sei als das Papier. Die Erleichterung stand mir sofort ins Gesicht geschrieben und Schreiben wurde zu einer schönen Art, meine Zeit zu verschwenden, es ist, wie antworten, ohne gefragt zu sein, wie Fotos machen mit dem Kugelschreiber (mit dem Handy geht´s ja bereits). Zudem soll eine Stunde Schreiben genau so gesund sein, wie vier Stunden Nordic-Walking und sieht nur halb so lächerlich aus. Da mir allerdings zu Ohren kam, es würde vor allem nicht zu viel geschrieben, sondern eher zu viel veröffentlicht, habe ich mich diesbezüglich – obwohl Papier geduldig ist – respektvoll zurück gehalten… bislang…"

http://www.youtube.com/watch?v=8jk3Lgq08Vk
http://www.youtube.com/watch?v=jMVaKvG1G7U
http://www.youtube.com/watch?v=Y_7_5g-K4hI

MARKUS „STRATI“ STRATHAUS:
Zitat eines Freundes: „Wenn der Binärcode von einem Computerprogramm nach dem Schema 10101000111100 usw. funktioniert, dann funktioniert der Code in seinem Gehirn: Auto. Maracujabecher. Atomkrieg. Katzenbaby. Strumpfboutique. Brötchen, usw..“

www.krawehl.net

Montag, 16. Mai 2011

Die Karl-Mai-Pistole (a.k.a. The Henrystutzen) am 29.05. um 19:30 im Teilchen & Beschleuniger!


Mit Textattentaten von RAINER HOLL (Dortmund), TORBEN SCHREIBER (Krawehl! / MS), THILO DIERKES (Jungdrache aus Greven) und ANDREAS WEBER (Die2Drei, Tatwort / MS). Die wunderbare Hausmusik kommt von ANIKA AUWEILER (Bonn) und PARANOID HENDROID (MS). Es wäre außerdem nicht allzu überraschend, wenn es noch Überraschungsgäste gäbe. Alles kuschlig und live. Mal leichtsinnig, mal tiefgängig und natürlich wie immer mit weiteren dubiosen Dingen, bei denen man eigentlich nicht dabei sein will...es zu verpassen wäre allerdings noch schlimmer! Half Show, Half Amazing... oh, ich sollte einfach die Klappe halten...

Erläuterung: „Karl-Mai“ ist ein verschreibungspflichtiger Monatswortwitz der Wohnzimmershow „Die Leserpistole“, der inhaltlich absolut unbedeutend ist. Regelrecht frech sowas. Apropos Regel, hier eine Bauernregel für den Mai: Grünt die Eiche vor der Esche, gibt's im Sommer große Wäsche, doch treibt's die Echse vor der Eiche, ist der Sommer ne Blindschleiche. Was schreib ich hier eigentlich?! Und warum?! Das liest doch eh keiner... ;-)

Es gibt wieder „Toast für die Welt“ (Toast Hawaii als leckere Hilfsaktion!)
Der Eintritt ist frei, der Ausgang in den meisten Fällen glücklich.
Kommt ruhig im Schlafanzug und bringt Euch Kuscheldecken, Schnuffeltücher und Kissen mit!
Beginn um 19:30!

Die Leserpistole! (a.k.a. Teilchen & wtf?!) - Die langweilige Show im atomaren Wohnzimmer mit Wilko Franz und garstigen Gästen. Texte, Krams und Live-Musik zwischen Nonsense und Sensibility! Besucherzitate: "Ein bisschen verrückt, aber toll!". "Ey, das ist mal ne richtig schöne analoge Veranstaltung! Find ich gut!" Veranstalterzitat hierzu: "Ich auch! Ich mach da demnächst Werbung mit!"


ANIKA AUWEILER:
„Und manchmal wünsch ich mir da draußen, jemand der meine Zukunft kennt und mir in richtigen Momenten, aus dem Off in die Arme rennt.“ 

Mit 16 beginnt ANIKA ihre ersten eigenen Songs zu entwickeln. 2001 steht sie bei den Leverkusener Jazztagen das erste Mal unterstützt von der Blueslegende Michael Katon vor einem großen Publikum. Die folgenden Jahre experimentiert ANIKA mit unterschiedlichen Projekten. Mit Florian Cieslik entwickelt sie „Perle sucht Taucher“. Für die Medienkünstlerin Theresa Krause schreibt sie die Musik zu dem Video „Soulscans“.
Während eines Konzerts wird Anne Haigis auf ANIKA aufmerksam und gibt ihr die Möglichkeit sie als Support-Act zu begleiten. Es folgen Supports für andere internationale Größen wie David Knopfler (Dire Straits). In Zusammenarbeit mit dem Musiker Jens Filser entsteht 2008 das Soloalbum „Lauf“.
2007 gründet sie gemeinsam mit Sarah Brasack (Keyboards), Eva Marxen (Bass) und Sarah Tauscher (Drums) die Band miaomio, die fortan den Songs von ANIKA eine neue popigere Kleidung verpassen. Sie überzeugen mit Spielfreude, Charme und Ohrwurm-Qualitäten u.a. bei PopUp NRW 2009, dem Hamburger Songlive-Contest 2009 und dem Leverkusener Wettbewerb LauterLev 2009, wo sie jeweils auf dem ersten Platz landeten. Bisherige Konzerthighlights: Bochum Total, c/o Pop, Rheinkultur. (Und demnächst steht hier vielleicht auch die Leserpistole...)


RAINER HOLL:
ist Gewinner des LesArt Literaturpreises Dortmund 2010. Seit 2009 ist er auf diversen Slam/Lesebühnen unterwegs und ist dreimaliger Grend Slam Sieger des Subrosa Poetry Jams. Er setzt sich intensiv mit der Materialität des Schreibens, sowie der Dramatik des Schreibprozesses auseinander. Er versucht Literatur aus ihren üblichen Kontexten herauszureißen und sie ungewöhnlich in Szene zu setzen, wie unter anderem 2010 bei dem Projekt "Schreibmaschinenlyrik" auf der A40 beim Ruhr-Still-Leben. Rainer Holl ist besessen von Poesie, aberwitzigen Wortspielen und Schreibmaschinen. Wer einmal erleben möchte, wie es mitten im Gedicht Szenenapplaus gibt, sollte sich einen Abend mit dem Dortmunder Autoren nicht entgehen lassen.


TORBEN SCHREIBER:
Seine scharfe Zunge ist gefürchtet. Torben Schreibers Texte zeichnen sich durch einen hintersinnigen, kritischen Humor aus. Er entwirft teils absurde Alltagssatiren mit Typen, die jeder kennt (die man aber eigentlich nie kennenlernen wollte) und würzt das Ganze gerne mal mit einer Prise Cholerik. Womöglich setzt sich nur seinetwegen der Begriff der Cholyrik auch bald im Duden durch. Glücklicherweise lässt er uns auch immer wieder an seinem „inneren Tourette-Syndrom“ teilhaben. Der arme Torben... aber selten so gelacht! Und wer glaubt, dass es nach seinem „heiligen Krieg“ auf dem Weihnachtsmarkt keine Steigerung mehr geben kann, darf sich diesmal gern vom Gegenteil überzeugen lassen.

www.krawehl.net

PARANOID HENDROID:
„Es spricht für ihn, dass ich in meinem Journalistenhirn kaum Vergleiche finde. Ich glaube, so hilflose Journalisten schreiben dann: Eine seltsame Mischung aus Kante, dem intellektuellen Hip Hop der späten Neunziger, einem Spurenelement Grönemeyer und dem Geist - nicht unbedingt dem
Stil - aber dem Geist des Indie-Rocks. Und du siehst: Man kann es eigentlich nicht in Worte fassen. Und das ist immer ein gutes Merkmal für Eigenständigkeit." (Oliver Uschmann, Visions-Autor und Hartmut-und-ich-Erfinder)

ANDREAS WEBER:
Der weise Mann der Poetry- und Kulturszene in Münster. Herausgeber der Zettelwirtschaft. Slammer, Slammaster und noch so dies und das. Er lebt ansonsten so vor sich hin und sammelt in seiner Freizeit Bierdeckel, die er morgens aus seiner Jackentasche zieht. An ruhigen Tagen beobachtet er gerne den Autoverkehr auf der B54. Er ist ein absoluter Knuddelleser, aber sagt ihm bloß nicht, dass ich euch das gesagt habe!



THILO DIERKES:
Thilo Dierkes ist ein sechzehnjähriger Schüler aus dem kleinen Städchen Greven. Er steht seit Dezember 2010 auf kleinen und etwas größeren Poetry Slam Bühnen und hat seitdem schon einige Auftritte hinter sich. Abgesehen davon besitzt er die Fähigkeit, sich einen ganzen Tag lang an Wörtern wie "Kuddelmuddel" zu erfreuen. Am liebsten schreibt er Lyrisches. Ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.

WILKO FRANZ:
will es nachher wieder mal nicht gewesen sein...


wasjahieris...

Montag, 11. April 2011

Die Bunny-Pistole am 17. April um 19:30 im Teilchen & Beschleuniger!


Eine vorgerückte Preastern-Ausgabe mit: Nicolas Ermisch, Christoph Tiemann, Fabian Navarro und Christian Errl. Musik von Phil on Sofa und KlangDrang!
Geschichten, Live-Musik, Kabarett, Lyrik, Geslämme ohne Släm, Plattenbauwitze, viel Leichtsinn, etwas Tiefgang und weitere seltsame Sachen, die man sich lieber nicht vorstellen möchte...! Low Budget und High Emotion... oder so... scheiße, da krieg ich wieder Ärger für... 
 
Erläuterung: „Bunny“ ist eine Werbestrategie der Wohnzimmershow „Die Leserpistole“, bei der attraktive Gaststars in Hasenkostümen die niederen Bedürfnisse der Zuschauer im Teilchen & Beschleuniger bedienen. 
 
Es gibt wieder Toast Hawaii, nicht mehr für lau, aber als feine Hilfsaktion. Weitere Infos folgen!
Der Eintritt ist frei, der Ausgang in den meisten Fällen glücklich.
Beginn um 19:30!

FABIAN NAVARRO:
Der Abiturient Fabian Navarro ist seit 2008 als Slammer tätig. In den folgenden Jahren hat er sich nebst Moderation und Initiation der Lesebühne „Open Mic Warstein“ auch schon als Herausgeber von Mini-Anthologien gezeigt. Seit 2010 ist der Warsteiner freier Mitarbeiter lokaler Zeitungen. 2010 nahm er an den Deutschen Poetry Slam Meisterschaften oder auch bei „Slam2010“ im Ruhrgebiet teil und hat sich bei den NRW Meisterschaften bis in das Finale gelesen. Als Repräsentant der deutschen Poetry Slam Szene war er bereits mehrfach im europäischen Ausland unterwegs. Gespannt kann man auf weitere Publikationen des 20jährigen warten.



PHIL ON SOFA:
ist als Musiker bereits seit einigen Jahren auf den Bühnen NRWs unterwegs. Nach Aktivitäten in diversen Jazz, Funk und Hip Hop Bands, wendet sich der Ausnahmegitarrist wieder seinen Wurzeln zu und widmet sich nun wieder der akustischen Solomusik in Liedermacher-tradition. Als gebürtiger Münsteraner lädt Phil on Sofa mit Gitarre und Stimme zu einer musikalischen Reise durch die Genres Folk, Country und Jazz ein und entführt seine Hörer durch gefühlvolle Songs in eine Welt jenseits des Alltags. Unterstützt wird er dabei von dem virtuosen Geiger David Heinrich, der mit improvisativen Einlagen das passende Understatement für die farbenfrohen Eigenkompositionen liefert. In jedem Fall ein Erlebnis.







CHRISTOPH TIEMANN:
arbeitete als Schauspieler an den Städtischen Bühnen Münster und am Theater Oberhausen. Er gehört zum Autorenteam der Satiresendungen WDR 2 Zugabe und NDR Intensivstation, jeden Montag läuft Tiemanns Wortgeflecht auf WDR 5. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Reinheimer Satirelöwen als bester Solo-Kabarettist ausgezeichnet. Seit 2010 moderiert er die offene Kabarettbühne „Cubarett“ im... genau, im Cuba Nova! (am ersten Montag des Monats.)

www.tiemann.tv
http://www.cubanova.de/cubarett.html

KLANGDRANG:
KlangDrang ist eine Band aus Köln, die Akustik-Pop macht, der eine Vielzahl musikalischer Einflüsse (wie Country, Reggae, und Jazz) in sich aufgenommen hat. Ihr Programm besteht teils aus originellen Coverversionen und teils aus eigenen Stücken, wobei Arrangement und Instrumentierung organisch und abwechslungsreich sind. Zur Leserpistole kommen sie in kleiner aber feiner Besetzung.

http://www.myspace.com/matusklangdrang





CHRISTIAN „Hotte“ ERLL:
arbeitet seit langem äußerst unerfolgreich daran, wegen groben Unfugs festgenommen zu werden. Er hat u.a. alle im § 118 StGB festgeschriebenen Tätigkeiten ausgeführt, ist aber bisher nicht dafür belangt worden. Deswegen ist er seit längerem dazu übergegangen, etwas für seine Mitmenschen zu tun. Christian Erll möchte zurückgeben. "Jeden Tag stirbt ein schlechter Witz, weil er nicht erzählt wird!", sagt der sympathische Hobby-Großwildjäger, "deswegen engagiere ich mich ehrenamtlich für die Erhaltung der Lebensgrundlagen solcher Witze." Krawehl! ist die einzige Peer-Group, die ihm trotz regelmäßiger Aufeinandertreffen noch kein Sprechverbot erteilt hat. Daher tritt er jeden zweiten Dienstag im Monat mit Krawehl! im SpecOps auf.

http://youtu.be/C8Mcx0OJpE0
www.krawehl.net

NICOLAS „Nico“ ERMISCH: 

Neben Mikro- und Makrofauna gibt es seit einigen Jahren auch die sogenannte Nico-Fauna in der Literaturwissenschaft zu bestaunen. Abgesehen davon, dass diese Aussage natürlich Blödsinn ist, ist sie gleichermaßen dennoch sehr zutreffend, da man Nico Ermisch als einen der größten Tierlyriker der Gegenwart bezeichnen muss. Vordergründig handeln seine Texte von Vögeln, Fischen und Insekten. Dass sich in seinen an Sprache und Pointen reichen Gedichten außerdem auch wunderbare Bezüge zum Leben der Zweibeiner verbergen und manchmal sogar auf höchst lehrreiche Weise politische und soziale Aspekte beleuchtet werden, muss man eigentlich nicht erwähnen sondern selber hören.

www.krawehl.net

Montag, 21. März 2011

Die 44er Magnumpistole im März!

Die 44er Magnumpistole im März mit Geschichten, Humor, Poesie, Magie, Leichtsinn, Tiefgang und ganz viel wunderbarige Musik!
Mit Werner Winterwind als Thomas Magnum, Basti Vaterland als Higgins, Dalmar Khalif als T.J., Herbert Beesten als Rick, Benedikt Grindel (das erste Mal Magie, yeah!) als Robin Masters, Viola Menzen (das erste Mal auf der Bühne, yeah!) als der Ferrari, das.schliep als Zeus & Apollo und Wilko Franz als Agatha!

Ich weiß genau, was sie jetzt denken. Und sie haben Recht: Es wird natürlich saugut!“

Erstmalig zu erwerben: Toast Hawaii! Wer mit Hawaii-Hemd und Schnorres kommt, kriegt eins umsonst! Der Eintritt ist frei, der Ausgang in den meisten Fällen glücklich. Beginn um 19:30!

Anmerkung: Die 44er Magnum ist eine leistungsstarke Patrone für mehr Kurzweiligkeit. Sie wurde in erster Linie für die Verwendung in Leserpistolen ausgelegt. Der Zusatz Magnum weist auf höhere ballistische Leistungen innerhalb dieser Unterhaltungsklasse hin.

WERNER WINTERWIND [Der Geheimnisvolle... von Krawehl!]
"Das Schicksal drängt zu den Gewaltigen und Gewalttätigen. Jahrelang macht es sich einem Einzelnen hörig. Manchmal aber, ganz selten in allen Zeiten, wirft es in sonderbarer Laune irgendeinem Gleichgültigen sich hin." Doch Werner glaubt nich ans Schicksal. Werner geht fremd und bescheißt das Fatum ohne jede Scham und Reue. Durchbrennen mit dem Zufall und sich selber heiraten, ja - Wo sind all die unbekannten Götter? Wer es weiß, darf ihn nach der Show gerne ansprechen und auf ein Bier einladen.


BASTI VATERLAND [Sebastian Huncke]:
Wirklich beschreibbar sind Basti Vaterlands Texte (außer durch ihre Unbeschreiblichkeit) eigentlich nicht. Wenn Monty Pythons mit Kafka zusammen einen Kiosk eröffnen würden, dann stünde Basti Vaterland vermutlich als Verkäufer hinter dem Tresen und egal, was er einem gerade andrehen will: Man kauft es ihm mit Freude ab!


SOULMAN SEETHER [Dalmar Khalif]:
macht Hip-Hop, der seine Wurzeln in Soul und Funk nie verleugnet. Als überzeugter Wahlmünsteraner ist er aus der hiesigen Szene längst nicht mehr wegzudenken. Und wenn er gerade mal nicht an seinem neuen Album schreibt, zerlegt er auch gerne mal einen Debattierklub. Mit Argumenten wohlgemerkt :-)


DAS.SCHLIEP [Christian Schliephake]:
Dieser junge Mann begeistert mit seiner konsequenten Zerstreuung ganze Lagerhallen voller Zuschauer und weiß amüsante als auch geistreiche Lieder mit schönen, schrammeligen Melodien zu schreiben. Manchmal ist er dabei sogar kritisch und meistens hat er damit sogar recht.


VIOLA MENZEN:
 "Meine Lieder handeln von Momenten, in denen wir für eine kurze Ewigkeit leben was wir sind: die Liebe. Das unaussprechliche singe und speicher ich in meinen Liedern. Wenn ich singe, bin ich"

BENEDIKT GRINDEL:
Magisch und mysteriös...


HERBERT BEESTEN:
1953 in Rheine geboren, führt heute ein multilokales Leben zwischen Münster, Magdeburg und sich selbst. Erdachte und gesprochene Wörter sind seine Leidenschaft. Sein Stil geht von „traditionell gefühlvoll“, über Dadaismus und „Autobahn-Stakkato“ bis hin zu plattdeutschen Texten. Kurze Geschichten, aber auch Lyrik. Dabei kommen quirlige Lit-Mixe heraus. Hat eine DVD mit „Poetry-Clips“ raus gebracht. Er veranstaltet mit den „Aaseedichtern“ den sonntäglichen Public-Poetry-Scream am Münsteraner Aasee, und wird dort auch „Der Seewolf in der Herzhöhle“ genannt. Außerdem ist er eine Hälfte von „Die KiloGrapgen“, die schon einige Teamslams bestritten haben.

Dienstag, 8. Februar 2011

Die heldenhafte Februarpistole am 27.02. um 19:30 im Teilchen & Beschleuniger


Die Leserpistole! - Die langweilige Leseshow im atomaren Wohnzimmer mit Wilko Franz und garstigen Gästen. Texte, Krams und Live-Musik zwischen Nonsense und Sensibility!
 Die Februarpistole wird super. Super Gäste und so. Laura Reichel, Markus „Strati“ Strathaus, Live-Musik mit Kai Freyer von Raketensommer und ich bin auch da. Super eben. Alles Helden.

Das war die Kurzfassung.
Da ich aber kurz nicht so gut kann, hier jetzt die Langversion. Die ist teilweise geklaut und auch super! ;-))

Die Helden:
Ihre Kräfte erhielten „Die Fabulierenden Vier“ durch kosmische Strahlung, die ihre Moleküle veränderte, als sie in einem von Strati entwickelten Raumschiff versuchten, ins All zu fliegen. Ihr Hauptquartier befindet sich im atomaren Wohnzimmer im Teilchen & Beschleuniger Building an der Wolbecker Straße 55. Anders als die meisten anderen Superhelden haben die Fabulierenden Vier keine Geheimidentitäten: Dass Markus Strathaus Mr. Stochastik ist, ist allgemein bekannt. Auf weiten Strecken ihrer Karriere waren die Fabulierenden Vier in der Öffentlichkeit beliebt (anders als zum Beispiel Telefonmann), und wurden zeitweise von Strati geführt wie ein Wirtschafts-unternehmen. Häufig tauchen auch Gasthelden aus anderen Serien im T & B Building auf....

Beginn um 19:30! Dr. Doom kommt später, wird aber dank Zeitmaschine früher da sein, also haltet euch ran.

Der Eintritt ist frei, der Ausgang in den meisten Fällen glücklich.


LAURA REICHEL a.k.a. Die Undeutbare:
Laura Reichel, Jahrgang 1988, lebt und denkt in Dortmund. Nur auf dem Papier examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, auf selbigen schreibt sie, seit sie schreiben kann. Im Sommer 2009 erstmalige Teilnahme an einem Poetry Slam, seit dem über hundert Auftritte u.a. bei den deutschsprachigen Poetry Slam – Meisterschaften 2010. Seit April 2010 Veranstalterin und Moderatorin der Veranstaltung „Kurze Rede, langer Sinn“ – Der Poetry Slam in Dortmund.

//Laura Reichel, Die Undeutbare genannt, ist Stratis Frau und Wilkos Schwester. Ihre Superkräfte befähigen sie dazu, sich selbst und andere Dinge oder Personen undeutbar zu machen sowie undeutbare Szenarien aufzubauen. Über lange Zeit entsprach sie einem etwas altmodischen Frauenbild der frühen 60er Jahre. Sie fiel schnell in Ohnmacht, interessierte sich mehr für Mode und Haushalt als für die Rettung der Welt und auch die ursprüngliche Beschränkung ihrer Kräfte, nur sich selbst undeutbar machen zu können, machte sie zu einem eher schwachen Teammitglied. Ihre erweiterten Fähigkeiten, auch andere Dinge oder Personen undeutbar zu machen sowie undeutbare Szenarien herstellen zu können, in denen sie auch fliegen kann, wurden erst sehr viel später hinzugefügt, um ihre Position zu stärken. Ihre Rolle war über Jahre hinweg Diskussionsstoff in Leserbriefen.

http://www.youtube.com/watch?v=V4OUywwKI-A


MARKUS „STRATI“ STRATHAUS a.k.a. Mr. Stochastik [von Krawehl!]:
Zitat eines Freundes: „Wenn der Binärcode von einem Computerprogramm nach dem Schema 10101000111100 usw. funktioniert, dann funktioniert der Code in seinem Gehirn: Auto. Maracujabecher. Atomkrieg. Katzenbaby. Strumpfboutique. Brötchen, usw..“ Ist es außerdem wirklich, so wirklich wirklich, ein Zufall, dass Helge Schneider direkt einen Tag später in Münster auftritt? - Ja, ist es. Hätte aber auch was heißen können...
// Anführer der Fabulierenden Vier ist Doktor Markus Strathaus, im Team auch Mr. Stochastik genannt. Er kann sein Gehirn in jede erdenkliche Form dehnen und es dadurch sehr flexibel einsetzen. So dient es gelegentlich als lebendes Katapult, Fallschirm oder Auffangkissen für alles Denkbare. Eigentlich ist er jedoch Wissenschaftler und genialer Erfinder. In jeder freien Minute bastelt er in seinem Labor an irgendwelchen futuristischen Erfindungen herum, welche die Fabulierenden Vier im Kampf gegen das Böse nutzen können. Er ist seit der Februarpistole verheiratet mit Laura Reichel, der Undeutbaren. Eine seiner größten Errungenschaften ist die Entdeckung der „Negative Zone“, einem Universum aus Anti-Materie. Strati ist überzeugter Idealist, und alle seine Geschichten sind immer auf das Interesse des Gemeinwohls oder anderer ausgerichtet. Wenn es einen wichtigen Auftritt zu bewältigen gilt, arbeitet er bis zur Erschöpfung, solange das Problem nicht gelöst ist, auch wenn das oft zu Konflikten mit seiner Frau Laura führt.

www.krawehl.net


KAI FREYER [Raketensommer] a.k.a. Das Sing:
Raketensommer ist eigentlich ein Trio aus Bochum/Münster und bewegt sich spielerisch zwischen Melancholie und Euphorie, zwischen treibendem Gitarrenpop und reduzierten Balladen. Man mag die Musik als „Blumfeld meets Belle & Sebastian" beschreiben, einen gewissen „Kammerpop-Charakter" und vielleicht eine „Prise Morrissey" für sich entdecken - die Band selbst behauptet nur drei Dinge: „Wäre Raketensommer eine TV-Serie, dann eine Mischung aus Space Night und Herr Rossi sucht das Glück. Cello an Wah-Wah und Verzerrer anschließen, macht einfach Sinn!Raketensommer funktioniert auch im Winter." Zur Leserpistole kommt Gitarrist und Sänger Kai allein, aber man weiß ja nie...

// Das Sing (im englischen Original The Sing), mit bürgerlichem Namen Kai Freyer, besitzt eine versteinerte Gitarre mit übermenschlicher Stärke und ist nahezu unnachsingbar. Er ist die tragischste Figur in den Geschichten der Fabulierenden Vier. Gezwungen, den Rest seines Lebens hässliche Lieder zu singen, obwohl Strati unentwegt versucht, die Gitarre zurück zu verwandeln, verzweifelt er des Öfteren an seinem Schicksal. Seine Liebe zur tauben Bildhauerin Alicia Masters ist ebenso tragisch, da Kai ständig in der Angst lebt, sie liebte ihn nur aus Mitleid oder weil sie seine hässlichen Lieder nicht hören kann. Unter der rauen Oberfläche verbirgt sich jedoch ein gutherziger Klang, weshalb seine Freunde jederzeit zuhören würden. Bezeichnend sind seine ewigen Streitereien und Prügeleien mit Wilko Franz, der es liebt, ihn wegen der Hässlichkeit seiner Lieder aufzuziehen.



WILKO FRANZ a.k.a. Das menschliche Gemüse:
ist im Wilko-Franz-Sein einfach hinreißend authentisch...
 // Wilko Franz, auch das menschliche Gemüse (im englischen Original Human Couch) genannt, ist der Bruder von Laura Reichel und hat die Fähigkeit, einzelne Körperteile oder seinen ganzen Körper spontan einpennen zu lassen. Er kann so z. B. schlafend mit seinem Finger Schreibarbeiten durchführen oder sogar Aquarelle schleudern. Außerdem kann er liegen. Er ist das jüngste Mitglied der Fabulierenden Vier (bei Start der Leserpistole gerade mal 15 Jahre alt) und verkörpert den ungestümen Jugendlichen, der über schnelle Autos und Frauen schreibt und dem keine Extremsportart im Fernsehen zu gefährlich ist. Im späteren Verlauf der Leserpistole bekommt er ein etwas erwachseneres Auftreten, und auch seine Beziehungen werden ernsthafter und dauerhafter. Auch zeigt er mehr Feinfühligkeit im Umgang mit seiner Schwester.

Sonntag, 30. Januar 2011

Teilweise leise & Gitarre


Sven-Rudolph, 10 Monate, weiblich, chillt gerne
Ein Meer aus Murmeln. Nein, falsch. Ein Meer aus Gemurmel, teilweise ja richtige Stimmen, aufmerksamkeitsmüpfig, verständnis- und geheimnisvoll, klatschend und betratschend. Es ist eine Stimmsee, an deren Gestade ich sitze und mit den Füßen meinen Kopf drin bade. Genauer gesagt, sitz ich im Durchgang und find das gar nicht so schlecht. Dadurch werde ich undefinierbar und geheimnisvoll. Außerdem, ich will mal ehrlich sein, hat mein Bierdate mich versetzt (Gatti! Sau!) und so geb ich eben den einsamen Wolf und tapse argwöhnisch auf einem Teppich der Unterhaltsamkeit, mit Bier als Unterton, manchmal auch Wein, ganz schön oft sogar Wein, sehe ich gerade. Die sind ja bohämischer als Icke, denk ich und maßregel mich sogleich. Ich bin ja nicht mal Berliner, also nicht mal Icke und garantiert nicht Bohème. Meinetwegen dürft ihr sogar sagen: Not bohemian like Wilko. Wenn es mal passt. Hier im Teilchen passt das natürlich gerade nicht, denn alle sind jünger und bohibbeliger als Icke und trinken Rotwein oder ein In-Getränk und schaben mit ihren bunten Stoffschuhen. Und gemeinsam warten wir alle auf Musik und jetzt „Bingo!“ spricht plötzlich Sebastian, der Buchmacher der Teilchengitarre, ins Mikro und alle sind kommandostill und applaudieren wie geschmiert. Der englische Typ, der heut hier muckt, sagt irgendwas ins Mikro und haut die Gitarre an. Fein, denk ich. Schluss mit dem Murmelbrei. Außerdem, denk ich, ist das ja auch mal ganz gut hier allein zu sitzen, praktisch eine Grundvoraussetzung um objektiv zu sein. Oder um besser rumnörgeln zu können. Man hat ja keinen Gesprächspartner außer sein Blatt, hier direkt hinter der Kasse, fast beim Klo und fast bei dem Flintenfoto dort vor der Tür, das mittlerweile auch die meisten von mir kennen. Das erinnert mich immer daran, dass man nie die Flinte ins Korn werfen sollte. Unter der Stimme des Engländers rutscht aber ein ganz anderes Bild in mein Blickfeld. Meerschweinchen! Abzugeben. Drei Stück. Stück ist nicht tierlieb, merk ich gerade. Sagen wir mal drei kleine Fellmöpse. Sven-Rudolph, Einstein und Noah. Sven-Rudolph ist, und das sollte man ihm eigentlich mal schonend beibringen, weiblich und 10 Monate alt. Er chillt gerne. Einstein ist ein eigenwilliger Hengst und genauso alt. Die beiden kennen sich ganz gut, die Vermutung liegt nahe, denn Noah, der dritte im Bunde, ist, und das liegt ja nun eigentlich schon sehr, sehr nahe, ihre Tochter. Das könnten, nein, das müssten die Schweine von Kim und Yochee sein. Das sind die einzigen, die ich kenne, die seit ner Weile Werbung für neuguineanische Pigs auf Fetzbuch machen. Muss ich mal fragen. Super Plakat jedenfalls. Und super Schweine. Zwischenstopp beim Engländer, der ist echt nicht schlecht, vom Äußeren so ein Typ, den man schon morgen nicht wieder erkennt, aber was er da macht macht sich ganz gut. Er mag aber leider die klassische, englische Ansagenmurmelei zu sehr. Er schnuffelt und murrt irgendwas Ernstes und Sensibles durch seinen Dreitagebart ins Mikro und alle Frühzwanzigermädchen nicken bedeutend, während ich beim besten Willen nicht sagen kann, ob das jetzt ernst, sensibel oder bedeutend war. Egal, bin ja nicht wegen der Ansagen hier. Jetzt spielt er leise und zurückgenommen. Das ist klug und macht den Raum leise. Noah würde es auch so machen, das ist natürlich nur eine Vermutung, aber sie liegt nahe, schließlich ist er sicher auch etwas klug. Als Tochter von Einstein sollte man schon etwas klug sein. Außerdem ist Noah übrigens fluffig, laut Steckbriefdeklaration. Meerschweine in einem Meer aus Gemurmel, denk ich da stolz (auch wenn es gerade eher eine Flüsterpfütze in Mute ist). Stolz, weil meine Metaphern heute reinhauen wie sonstwas. Der Engländer hat was von der tiefen David Bowie Stimme, weniger nacheiernd allerdings. Groundcontrol to Meerschwein Tom. Ich seh gerade, der Engländer heißt als Band oder als Soloakteur oder meinetwegen als Aktrice (man ist sich ja nach den Schweinen bei so was durchaus unsicher) Mute Swimmer. Und ich hab das, Ehrrrenwort, wirklich gerade erst realisiert, obwohl Sebastian es mir vorm Konzert irgendwann schon einmal erklärt hatte. Tja, also, meine Metaphern, alter Schwede! Die sind ja wohl saugut! So von wegen Meer und Leute leise spielen, die passen so gut, dass ich mich fast ein bisschen prophetisch finde. Naja, eigentlich nicht und wenn ich echt cool wär, dann würd ich nicht darauf hinweisen, dass ich mal was gut metaphorisiert hab. Ein guter Schwimmer, der Mutie. Enrica geht an mir vorbei, zeigt zum einsamen Engländer und sagt: „Cool! Der gefällt Dir bestimmt auch, oder?!“ und ich nicke und streichle demonstrativ mein Haupt. Leiseschwimmer umschmeichelt mich auf veränderliche Weise, jetzt gerade vergleiche ich seine Stimme mit Glen Hansard aus Once, aber so was passiert ja schnell mit Engländern, die allein und intensiv Gitarre spielen. Er bricht nicht so aus, wie Hansard in Once, alles etwas zurückhaltender, aber das macht nichts. Es sprach ja auch niemand von Break-Out-Swimmer und intensiv ist es trotzdem. Hmm, Glen Hansard ist Ire, fällt mir da ein, das werden die Iren nicht gerne hören, dass ich das einfach so in einen Topf werfe. Liest eh kein Schwein, und noch sicherer kein Ire, denk ich dann und bin beruhigt. Mein fabulantes Halbwissen bliebt schön in meinem Blog (und noch viel mehr davon gottseidank in meinem Kopf). Der Mute Swimmer ist jedenfalls ein fluffiger, eigenwilliger Gesell und ich chill gerne zu ihm und während er die letzten Spoken-Word-Passagen abschrammelt, denke ich, wie seltsam das ist, dass man einem unbekannten Menschen so nah sein kann, wie hier, der doch sonst weit weg hinter einem Meer in England wohnt und das man so in einen Ausschnitt seines Lebens reinschauen kann. Aber gleichzeitig, da man nur den Auftritt sieht, nur auf ihn draufguckt, bleibt er einem als Mensch dann doch wieder ganz fern. Zehn Meter können eine immense Entfernung darstellen. Sogar zwei Meter. Da leiern ein paar Mädels weiter ihre modische Unterhaltung runter und schaben mit ihren bunten Stoffschuhen. Das hass ich ja. Wenn schon jemand seine Seele in Scheibchen geschnitten präsentiert und er dann sogar noch den deutlichen Hinweis Mute im Namen trägt, dann kann man doch wohl mal zuhören, ihr Schnepfen! Genau, hört mal hin, Schnepfen, der Typ da klingt nämlich wie Mute Swimmer, vielleicht hört und seht ihr den nie wieder so nah, der ist Engländer und wenn er kein Star wird, ist er bald wieder weg aus eurem Leben, dann schwimmt er leise übers Meer und man hat keine Ahnung, wer er ist oder was er denkt, was ja auch eigentlich egal ist, aber er ist gut und nimmt einen mit in seine Songs, so eine nahe Fernreise sollte man einfach mal mitnehmen. Vielleicht seid ihr aber auch nur da um auszusehen, dann will ich nix gesagt haben, dann seid ihr voll im Soll. Be there to be wer. Hiersein ist hip! Ich bin ja auch hier und icke bin auch... lassen wir das. Ich merk nur manchmal, dass mir dieses kontroverse Sendungsbewußtsein „ich bin diese Marke Mensch“ und „ich wiederum bin jene Marke Mensch“ ziemlich auf den Senkel geht. Vielleicht weil man früher auch so war oder noch schlimmer, weil man ja immer noch ständig selber auf Sendung ist. Nein, nicht ständig, aber manchmal, will man aus Versehen auch ne modische Marke Mensch sein. Aber alles ganz bewusst unterbewusst.
Naja, hippe, junge Leute sind das schon hier, aber auch nette, ich nörgel wieder zu viel, eigentlich scheinen die meisten ganz nett und eigentlich könnte es auch sein, dass ich genauso hier sitzen würde und bierritierende Kommentare murmeln würde, wenn mich Gatti nicht im Stich gelassen hätte. Irgendwo hier im Raum sitzt wahrscheinlich jemand, der mich finster ansieht und denkt: Was schreibt der arrogante Typ denn die ganze Zeit hier herum?! Hält der sich irgendwie für was Besonderes? Kritiker, oder was? Archivar-der-Gegenwart-Freak, oder was?! Kann der so was nicht zuhause machen? Kann der nicht einfach nur da sein, so wie wir auch? Ich hass das ja... und so weiter. Theoretisch, wenn ich nicht schon hier im Durchgang wäre, könnte sogar ich über mich genau das denken, wenn ich nicht schon hier wäre... ich muss mal mit der Denkreiterei aufhören, denke ich.
Aber die Schnepfen nerven, auch wenn sie womöglich sonst nett sind. Die sollen einfach mal die Schnauze halten. Ist doch wahr. Ich kann doch nicht immer nicht kontrovers sein! Wenn das so weiter geht, werde ich der Johannes B. Kerner der Literaturszene, nur ohne fett dotierten Vertrag, der mir diesen Stempel ertragbar machen würde. Ich bin so unhipp, dass ich nicht mal den gleichnamigen Babybrei runterkrieg. Streicht das.
Ich glaub, Meer schreibe ich heute lieber nicht und auch nicht Schwein. Nein, ich applaudiere zum Abschluss wie geschmiert und als Mr. Mute Swimmer an mir vorbei geht, bringe ich ein hochprofessionelles und ungelenkes „very nice“ raus, weil wer weiß, ob ich den Engländer jemals in meinem Leben wiedersehen werde, da ist das doch schon mal besser als gar nichts. Ab jetzt, nehme ich mir vor, bist Du Gast und einfach nur da. Ganz normaler Gast. Unreflektiert und raus aus sich. Das ist klug und fluffig. Sven-Rudolph, Einstein, Noah und ich. Wir sind eine feine Schweinebande.

Wilko ist 404 Monate alt und soweit man das beurteilen kann: männlich. Er chillt gerne bei guten Konzerten, ist manchmal eine eigenwillige Stute und reitet besonders gerne auf sich rum und wenn er gerade nicht in sich drin ist, dann ist er sehr fluffig und leider nicht kontrovers. Abzugeben.

Freitag, 14. Januar 2011

Die Leserpistole // 23. Januar // 19:30 Uhr // Teilchen & Beschleuniger


„Home? I have no home. Hunted! Despised! Living like an animal. The Leserpistole is my home!“
Das ist seltsam, sagt ihr? Und ob, sage ich und freue mich auf mein trautes, seltsames Heim und meine großartigen Mitbewohner! Ins atomare Wohnzimmer kommen diesmal: Lisa Tuyala, Marc Fragstein, Sybille Lengauer, Lucien Leguan und (schon wieder, gähn ;-)) Torben Schreiber! Überraschungsgäste sind mit kurzen Schusswechseln stets willkommen. Das wird die beste Lasershow, die dies Jahr bislang gesehen hat!
Beginn ist wieder (und auch demnächst) um 19:30! Der frühe Vogel hat den Arsch auf dem Sessel!

Der Eintritt ist frei, der Ausgang in den meisten Fällen glücklich.

LISA TUYALA

singt von der Sehnsucht - ob von den ganz großen, die jeder kennt, oder von der ganz kleinen, die auch jeder kennt. Geboren an der Elfenbeinküste, aufgewachsen in Münster mit kurzem Ausbrecher nach Missouri/USA, studiert in Berlin und Den Haag lebt und “künstlert” sie jetzt in Stuttgart. Musik in Kategorien zu unterteilen erscheint ihr unsinnig. Die Melodie, das Wort, der Rhythmus, die Harmonie - alles erzählt eine Geschichte. Am ehesten ist sie also eine Erzählerin.
http://www.lisatuyala.com/

TORBEN SCHREIBER [von Krawehl!]:

Seine scharfe Zunge ist gefürchtet. Torben Schreibers Texte zeichnen sich durch einen hintersinnigen, kritischen Humor aus. Er zeichnet teils absurde Alltagssatiren mit Typen, die jeder kennt (die man aber eigentlich nie kennenlernen wollte) und würzt das Ganze gerne mal mit einer Prise Cholerik. Torben gibt nach seinem „heiligen Krieg“ bei der Weihnachtspistole schon jetzt sein großes Comeback. (Foto: Erik Schwingenheuer)
www.krawehl.net



SYBILLE LENGAUER:

Die gebürtige Österreicherin Sybille Lengauer lebt und arbeitet seit 2002 in Münster. Ihre Berufung ist die Schriftstellerei, bisher veröffentlicht wurden „Hirnwichsen“; Lyrik / Prosa für Unerschrockene und „Hospitalistische Liebeslieder“; ein österreichisches Märchen. Für das Frühjahr 2011 ist ein neuer Band im Bereich Lyrik / Prosa geplant. Außerdem ist sie Hobby-Musikerin und arbeitet als Journalistin / Rezensentin für verschiedene Zeitungen und Onlinemagazine. Neugierige finden sie unter
www.myspace.com/hirnwichsen

MARC FRAGSTEIN:

macht Soundminiaturen, in denen sich im Hagebuttentee eine große Traurigkeit widerspiegelt. Die Soundästhetik hat Ihre Kleidung vom Kik, der Text ist unrasiert, aber es sind beides ganz feine Kerls.
http://www.bluebikeboy.de/

LUCIEN LEGUAN:



Geboren in Hagen / Westfalen, studiert in Münster und ist seit 2002 Call Center Agent. In seinen Texten versucht er die gesamte Bandbreite des Lebens zwischen Hass und Liebe, Verzweiflung und mystischer Einheit, vermeintlichem Unsinn und dem Sinn des Daseins zu erfassen.
http://www.myspace.com/honour2dada

WILKO FRANZ [der relativ moderate Moderator]:


macht im Wilko-Franz-Sein so schnell keiner was vor...
http://wwwilko.blogspot.com/ also hier...gähn...der schreibt eh nie was...